Golferarm einfach erklärt
Ein Glas öffnen, eine Tasche tragen oder kräftig zugreifen: Bei einem Golferarm können sich Beschwerden an der Innenseite des Ellenbogens bereits bei alltäglichen Bewegungen bemerkbar machen. Mit Golf muss das nicht unbedingt etwas zu tun haben.
Auf einen Blick
- Typische Stelle: Innenseite des Ellenbogens
- Oft bemerkbar bei: Greifen, Heben oder Beugen des Handgelenks
- Mögliche Belastungen: Sport, Handwerk, Computerarbeit und Alltag
- Verlauf: Beschwerden können mehrere Monate anhalten
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine persönliche medizinische Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei starken, anhaltenden, zunehmenden oder unklaren Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
In diesem Beitrag
- Was ist ein Golferarm?
- Welche Beschwerden sind typisch?
- Wie kann ein Golferarm entstehen?
- Wie wird er untersucht?
- Wie ist der Verlauf?
- Welche Behandlungen gibt es?
- Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?
- Häufige Fragen
- Quellen
Was ist ein Golferarm?
Ein Golferarm – auch Golferellenbogen genannt – bezeichnet Beschwerden an der Innenseite des Ellenbogens. Betroffen ist meist der Ansatz von Sehnen, die zu den Beugemuskeln von Hand und Fingern gehören.
Der Name kann irreführend sein: Ein Golferarm tritt nicht nur beim Golfspielen auf. Auch wiederholte, einseitige oder ungewohnt starke Belastungen bei anderen Sportarten, bei der Arbeit oder im Alltag können eine Rolle spielen.
Wenn du vor allem den Unterschied zur Außenseite verstehen möchtest, findest du eine direkte Gegenüberstellung im Beitrag „Tennisarm oder Golferarm – was ist der Unterschied?“.
Welche Beschwerden sind typisch?
Typisch sind Beschwerden an der Innenseite des Ellenbogens. Sie können besonders bei bestimmten Bewegungen oder bei Druck auf die betroffene Stelle auftreten. Häufig werden sie beim Beugen des Handgelenks gegen Widerstand, beim Greifen oder beim Halten und Heben von Gegenständen bemerkbar.
Greifen
Zum Beispiel eine Flasche öffnen oder etwas länger festhalten.
Heben und Halten
Auch das Anheben oder Tragen von Gegenständen kann unangenehm sein.
Drehen
Drehbewegungen beanspruchen Hand, Handgelenk und Unterarm gemeinsam.
Die Beschwerden können in den Unterarm oder Oberarm ausstrahlen. Manche Menschen empfinden ihre Griffkraft als vermindert. Die Stelle allein reicht jedoch nicht für eine sichere Diagnose aus.
Wie kann ein Golferarm entstehen?
Ein Golferarm kann entstehen, wenn die Unterarmmuskulatur plötzlich ungewohnt stark oder über längere Zeit einseitig belastet wird. Besonders beansprucht werden dabei die Sehnenansätze der Muskeln, die Hand und Finger beugen.
Sport
Zum Beispiel Golf, Wurfsportarten, Rudern oder Krafttraining.
Handwerk
Häufiges Schrauben, Greifen, Heben oder Arbeiten mit Werkzeug.
Computer und Musik
Viele wiederholte Bewegungen mit Hand, Fingern und Unterarm.
Alltag
Zum Beispiel schweres Heben, Kochen oder andere ungewohnte Greifbewegungen.
Gut zu wissen
Fachleute gehen davon aus, dass kleine Verletzungen und Veränderungen am Ansatz der Muskelsehnen eine Rolle spielen können. Aus einer einzelnen Tätigkeit lässt sich jedoch nicht sicher ableiten, ob sie die Ursache der Beschwerden ist.
Wie wird ein Golferarm untersucht?
Gespräch
Zunächst wird besprochen, wann die Beschwerden auftreten, bei welchen Tätigkeiten sie sich bemerkbar machen und ob frühere Verletzungen oder Erkrankungen bestehen.
Körperliche Untersuchung
Ellenbogen und Arm werden untersucht. Dabei wird geprüft, wo Druck empfindlich ist und welche Bewegungen Beschwerden auslösen. Beim Golferarm können Beschwerden beispielsweise beim Beugen des Handgelenks gegen Widerstand auftreten.
Weitere Abklärung bei Bedarf
Meist reicht die körperliche Untersuchung aus. Röntgen, Ultraschall oder MRT werden eher eingesetzt, wenn eine andere Erkrankung oder Verletzung vermutet wird.
Wie ist der Verlauf?
Bei manchen Menschen klingen die Beschwerden bereits nach einigen Wochen ab. Häufig dauern sie jedoch mehrere Monate an. Bei einem Teil der Betroffenen halten sie länger an.
Wie lange der Verlauf im Einzelfall dauert, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Ein Golferarm kann sich auch ohne größere Behandlung bessern. Wichtig ist häufig, belastende Tätigkeiten zunächst anzupassen und den Arm später schrittweise wieder stärker zu belasten.
Welche Behandlungen gibt es?
Belastung anpassen
Zu Beginn kann es sinnvoll sein, schmerzauslösende Tätigkeiten vorübergehend zu vermeiden oder die Belastung so weit zu reduzieren, dass die Beschwerden nachlassen.
Übungen und Physiotherapie
Spezielle Dehn- und Kräftigungsübungen können infrage kommen. Welche Übungen geeignet sind und wann die Belastung gesteigert werden kann, sollte möglichst fachlich abgestimmt werden. Eine bebilderte, allgemein gehaltene Übersicht findest du im Beitrag „Tennisarm und Golferarm: Übungen zur Selbsthilfe“.
Medikamente und Spritzen
Nicht steroidale Antirheumatika, kurz NSAR, können Beschwerden kurzfristig etwas lindern, haben aber mögliche Nebenwirkungen. Kortisonspritzen können vorübergehend schmerzlindernd wirken; Nutzen und Risiken sollten ärztlich besprochen werden.
Weitere Verfahren
Für viele weitere Verfahren ist ein verlässlicher Nutzen bislang nicht nachgewiesen oder nicht eindeutig geklärt. Dazu gehören unter anderem verschiedene Spritzen, Laser-, Elektro- und Stoßwellentherapie, Akupunktur sowie Massagen und Faszienübungen.
Operationen werden manchmal bei lange anhaltenden Beschwerden angeboten, wenn andere Behandlungen nicht geholfen haben. Ihr Nutzen ist bislang nur unzureichend untersucht. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der individuellen Situation ab.
Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?
Ärztlicher Rat ist besonders sinnvoll, wenn die Beschwerden stark sind, länger anhalten, zunehmen oder trotz angepasster Belastung nicht besser werden.
Auch wenn die Ursache unklar ist oder die Beschwerden nicht zum typischen Bild eines Golferarms passen, kann eine ärztliche Untersuchung helfen, andere mögliche Ursachen abzuklären.
Häufige Fragen
Muss man Golf spielen, um einen Golferarm zu bekommen?
Nein. Der Name ist irreführend. Auch andere Sportarten, handwerkliche Tätigkeiten, Computerarbeit, Musizieren oder wiederholte Bewegungen im Alltag können die Unterarme stark oder einseitig beanspruchen.
Wo liegen die Beschwerden bei einem Golferarm?
Die typische Region liegt an der Innenseite des Ellenbogens. Beschwerden können jedoch ausstrahlen, und andere Ursachen können ähnlich wahrgenommen werden. Die Stelle allein erlaubt keine sichere Diagnose.
Was ist der Unterschied zwischen Golferarm und Tennisarm?
Beim Golferarm liegt die typische Beschwerderegion innen am Ellenbogen, beim Tennisarm außen. Außerdem sind unterschiedliche Sehnenansätze beteiligt. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du im Beitrag „Tennisarm oder Golferarm – was ist der Unterschied?“.
Sind Röntgen, Ultraschall oder MRT immer notwendig?
Nein. Häufig reicht zunächst das Gespräch mit anschließender körperlicher Untersuchung. Bildgebende Untersuchungen werden eher eingesetzt, wenn eine andere Erkrankung oder Verletzung vermutet wird.
Quellen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): „Tennisarm und Golferarm“, Gesundheitsinformation.de, abgerufen am 7. August 2026.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): „Wie werden Tennisarm und Golferarm behandelt?“, Gesundheitsinformation.de, abgerufen am 7. August 2026.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): „Golferarm: Kraft- und Dehnübungen“, Gesundheitsinformation.de, abgerufen am 7. August 2026.
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: „Tennisarm, Golferellenbogen, Epicondylitis humeri“, abgerufen am 7. August 2026.
Stand des Beitrags: 7. August 2026
